Homöopathie Behandlung

Behandlung von chronischen Krankheiten

In der klassischen Homöopathie zielt man mit der Gabe eines Arzneimittels darauf ab, im Körper des Patienten einen Prozess anzuregen, der zur Linderung der Beschwerden oder zur Selbstheilung führt. Je genauer das Arzneimittel zu den Beschwerden und zur Funktionsweise des ganzen Organismus passt, umso eher gelingt dies. Um den momentanen Zustand und die individuelle Persönlichkeit des Patienten genau erkennen zu können, wird eine ausführliche Erstanamnese durchgeführt. Diese kann, je nach Komplexität der Erkrankung, 90 – 180 Minuten dauern. Die Fallaufnahme bei Kindern dauert meistens maximal 60 Minuten.

Sie beinhaltet:

  • die Detaillierte Erfassung der aktuellen Krankheitssymptome
  • die Erfassung der Allgemeinsymptome (Temperaturempfindlichkeit, Durst, Appetit, etc.)
  • die Erfassung der individuellen Persönlichkeit (Charakter, Gemüt, Emotionen, etc.)
  • die Erfassung der Krankheitsgeschichte von der Geburt bis jetzt
  • die Krankheiten in der Familie
  • die Erfassung der Lebenssituation (Familie, Beziehungen, Arbeit, Konflikte)
  • der Miteinbezug von zuvor gemachten ärztlichen Untersuchungen

Mit diesen umfangreichen Informationen kann verstanden werden, was dieser Mensch an Belastungen erlebt, wie er «tickt» und was seine Besonderheiten sind. Manchmal ergeben sich im Gespräch Lösungsansätze, mit denen ein Patient seine Lebenssituation verbessern kann, sodass sich Beschwerden dadurch verringern lassen. Meistens aber erfordern die Beschwerden ein Arzneimittel. Nach der Erstanamnese erfolgt eine ausführliche Analyse zur Findung der korrekten homöopathischen Arznei. Der zeitliche Aufwand für die Mittelfindung (ohne Ihre Gegenwart) beträgt zirka 45 – 90 Minuten.

Nach der Einnahme Arznei wird in den meisten Fällen etwa vier Wochen abgewartet, um dem Körper Zeit zu geben, auf das Mittel zu reagieren. Bei bestimmten Krankheiten können kürzere Abstände sinnvoll sein. Nach dieser Zeit wird gemeinsam besprochen, was sich seitdem getan hat. Haben sich die Beschwerden positiv entwickelt, wird an der aktuellen Arznei festgehalten. Sollten sich die erwarteten Veränderungen nicht einstellen, muss eine Korrektur der Arzneimittelwahl vorgenommen werden. Wenn sich die Beschwerden soweit zurückentwickelt haben, dass der Patient damit zufrieden ist, oder sobald eine Heilung eingetreten ist, wird die Behandlung beendet.

Durch regelmässige stichwortartige Aufzeichnungen kann der Patient die Behandlung aktiv unterstützen. Dazu gehört auch eine aufmerksame Selbstbeobachtung, Offenheit und Geduld.

Behandlung akuter Krankheiten

Bei akuten Krankheiten stehen die aktuellen Symptome im Vordergrund. Die Krankengeschichte und andere Hintergrundinformationen sind hier meist weniger bedeutsam. Deshalb fällt hierzu das Anamnese-Gespräch deutlich kürzer aus, etwa 30 Minuten. Auch die Beurteilungszeit, ob die richtige Arznei gewählt wurde, ist deutlich kürzer als bei einer chronischen Krankheit. Bereits nach vier Stunden muss eine deutliche positive Veränderung des Gesundheitszustandes des Patienten erkannt werden können.

Wichtig: Nicht jede lästige, aber ungefährliche Erkrankung benötigt ein Arzneimittel. Wir sollten wieder lernen, unserem Körper zuzutrauen, dass er diese Erkrankung selbst heilen kann. Bei einer Erkältung etwa hilft es meist, dass wir uns viel Ruhe und Schlaf zugestehen, viel trinken und den Bedürfnissen unseres Körpers nachgeben. Dazu wird meist weder ein fiebersenkendes, entzündungshemmendes Medikament noch eine homöopathische Arznei benötigt. Nur wenn die Umstände eine Ruhezeit tatsächlich nicht zulassen oder die Beschwerden sehr stark sind, sollten wir unseren Körper mit Arzneimitteln – schulmedizinisch oder homöopathisch – unterstützen.

Was sollten Sie während einer homöopathischen Behandlung beachten?

Während einer homöopathischen Behandlung sollten Sie folgendes vermeiden:

  • Einnahme von anderen homöopathischen Arzneien, da diese die Mittelwirkung beeinträchtigen können und es zudem unmöglich machen, die Wirkung des ursprünglich verabreichten Arzneimittels zuverlässig zu beurteilen. Dazu gehören auch Schüsslersalze und oftmals spagyrische Präparate, die ebenfalls homöopathisch potenzierte Arzneien enthalten können.
  • Salben, Cremen, Gels, Flüssigkeiten, die Kampfer, Menthol oder andere starke ätherische Öle enthalten und eine spürbare Wirkung auf der Haut zeigen (wärmend oder kühlend), wie z.B. Vicks, Pulmex, Tigerbalsam, Perskindol, japanisches Pfefferminzöl, Teebaumöl, Franzbranntwein, etc. Diese können während der homöopathischen Behandlung den Heilverlauf negativ beeinflussen.

Wenn Sie dennoch etwas davon angewendet haben – versehentlich oder aus Notwendigkeit –, dann teilen Sie es bitte mit, damit es in der Verlaufsbeurteilung berücksichtigt werden kann.